Exkursion zur Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin
Am 26. Juni unternahmen die elften Klassen des Berufsgymnasiums Hugo-Junkers aus Dessau ihre alljährliche Exkursion zur Gedenkstätte KZ Lichtenburg in Prettin. Die Fahrt wurde gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt und bot den SchülerInnen die Gelegenheit, sich intensiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus und insbesondere mit dem ersten zentralen Frauenkonzentrationslager in Deutschland auseinanderzusetzen.
Nach der Ankunft in Prettin wurden die Teilnehmenden in zwei Gruppen aufgeteilt. In einem ersten Schritt präsentierten die Gruppen ihr bereits vorhandenes Wissen rund um das Thema „Konzentrationslager“. Dieser Einstieg diente der Aktivierung des Vorwissens und bot zugleich eine erste Annäherung an die Thematik des Tages.
Im Anschluss erhielten die Schülerinnen und Schüler durch die Referentinnen der Gedenkstätte einen informativen Kurzvortrag über die Geschichte des Außenlagers des KZ Sachsenhausen, das sich in der Lichtenburg befand. Besonders eindrücklich war die darauf folgende interaktive Erarbeitung des historischen Grundrisses des Schlosses Lichtenburg, bei der sich die Jugendlichen mit der baulichen Struktur und Funktion der verschiedenen Bereiche des Lagers auseinandersetzten.
In Kleingruppen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler anschließend mit verschiedenen Aspekten der NS-Verbrechen, die in der Lichtenburg verübt wurden. Die Gruppen bereiteten Kurzpräsentationen zu ausgewählten Themen vor – etwa zu den Haftbedingungen, zur Rolle der SS oder zur Geschichte einzelner Inhaftierter. Nach einer kurzen Mittagspause stellten die Gruppen ihre Ergebnisse vor. Die Vorträge wurden von den Mitarbeiterinnen der Gedenkstätte sehr positiv aufgenommen und mit Wertschätzung kommentiert.
Besonders im Gedächtnis blieben vielen Teilnehmenden der Bunker und der Zellenblock. In den Zellen konnten noch originale Wandinschriften ehemaliger Häftlinge entdeckt und teilweise entziffert werden – ein Moment, der vielen unter die Haut ging. Viele Schülerinnen und Schüler zeigten sich zudem tief bewegt vom Gefühl, in dem historischen Innenhof zu stehen, in dem zahllose Frauen Leid, Demütigung und Gewalt erfahren hatten.
Zum Abschluss des Gedenkstättenbesuchs gab es noch einmal Raum für persönliche Eindrücke und offene Fragen, die gemeinsam reflektiert wurden. Danach trat die Gruppe die Rückfahrt nach Dessau an – nach einem Tag voller intensiver Eindrücke, der viele zum Nachdenken angeregt hat und sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.